Erleichterungen für Unternehmen

In der Regel werden bei jeder Bewerbung um einen öffentlichen Auftrag die Unternehmen aufgefordert immer wieder die gleichen Dokumente zur Eignungsprüfung vorzulegen. Dieser Aufwand soll nunmehr minimiert werden.

Öffentliche Auftraggeber verlangen bei ihren Auftragsvergaben von den Bewerbern und Bietern zum Nachweis der betrieblichen Eignung (Fachkunde, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit) nach § 6 VOL/A, § 6 VOB/A und §§ 4, 5 VOF die nachfolgenden Dokumente:

  • Gewerbeanmeldung und ggf. die Gewerbeummeldung
  • Handelsregisterauszug
  • Auskunft aus dem Gewerbezentralregister für
    – das Unternehmen und /oder
    – die vertretungsberechtigten Personen
  • Aktuelle Bescheinigung zur Mitgliedschaft in einer Berufsgenossenschaft
  • Bescheinigungen über die Zahlung von Beiträgen der gesetzlichen Krankenkassen
  • Erklärung über die Zahlung von Steuern und Abgaben
  • Erklärung, dass sich das Unternehmen nicht in Insolvenz oder in Liquidation befindet

Hieraus ergibt sich für die Unternehmen ein zunehmender Aufwand hinsichtlich Beschaffungskosten und Bearbeitungszeit. Bei falschen oder vergessenen Erklärungen (z. B. keine Originale, Unvollständigkeit, Fristablauf) droht der Ausschluss vom weiteren Vergabeverfahren.

Die Auftragsberatungsstelle Mecklenburg-Vorpommern e.V. (ABST), eine Einrichtung der Industrie- und Handelskammern und Handwerkskammern in Mecklenburg-Vorpommern, hat zum 01.07.2005 ein Register eingerichtet, das Unternehmer- und Lieferanten-Verzeichnis für Mecklenburg- Vorpommern (ULV-MV). Hier werden die vorgelegten Erklärungen und Einzelnachweise des Unternehmens auf Vollständigkeit und Aktualität geprüft und abschließend zertifiziert. Das Zertifikat behält für zwölf Monate -ab dem Tag der Ausstellung- seine Gültigkeit.

Dieses Register wird es allen öffentlichen Auftraggebern in Mecklenburg-Vorpommern ermöglichen, auf die Beibringung der o. g. Nachweise zur unternehmensspezifischen Prüfung der Fachkunde, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit zu verzichten. Unabhängig davon besteht auch künftig die Möglichkeit, dass die Unternehmer die geforderten Erklärungen und Einzelnachweise in jedem einzelnen Ausschreibungsverfahren vorlegen können.

Für registrierte Unternehmen ergeben sich mit der Eintragung u.a. folgende Vorteile:

Fehlerminimierung

  • Durch Coaching der Auftragsberatungsstelle wird zur Fehlerfreiheit des formalen Angebotsteils beigetragen.

Aufwands- und Kostensenkung

  • Die von den Beschaffungsstellen geforderten formalen Einzelnachweise gelten mit der Vorlage der Bescheinigung der ABST-MV im Zuge ihrer Gültigkeitsdauer (ein Jahr) im Wesentlichen als erbracht.

Chancenerweiterung

  • Die Bescheinigung wird neben der Papier- auch in elektronischer Form mit qualifizierter elektronischer Signatur zur Verfügung gestellt, was die Abgabe künftiger elektronischer Angebote unterstützt.
  • Das ULV-MV wird den öffentlichen Auftraggebern in Mecklenburg-Vorpommern in regelmäßig aktualisierter Auflage zur Verfügung gestellt. Dadurch wird eingetragenen Unternehmen die Beteiligung an beschränkten Ausschreibungen und freihändigen Vergaben erleichtert.

Für jede Neueintragung und Folgezertifizierung wird ein Betrag in Höhe von € 180,00 (einhundertachtzig) erhoben, der jeweils im Voraus zu entrichten ist. Kann die Eintragung eines Unternehmens ‑ aus Gründen, die das Unternehmen nicht zu vertreten hat (z.B. bei fehlender Mitwirkung Dritter) ‑ nicht erfolgen, werden von dem jeweils eingezahlten Betrag gegen schriftlichen Antrag € 62,50 (zweiundsechzig 50/100) erstattet. Die Eintragung oder Ablehnung hat einen privatrechtlichen Charakter. Alle Preise verstehen sich zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer.

Für weitere Informationen und Rückfragen stehen Ihnen Frau Dumroese und Herr Reisenauer gern telefonisch: 0385 617381 14 oder unter E- Mail: [email protected] zur Verfügung.